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Ordertypen verstehen: Market, Limit, Stop und Stop-Limit

Die Order ist das Werkzeug, mit dem deine Idee am Markt ankommt – wer die Typen kennt, steuert Preis und Tempo bewusst.

7 Min. Lesezeit

Limit-Kauf (unter Markt)Stop (über Markt)Market (sofort)

Eine Order ist nichts anderes als dein Auftrag an den Broker: "Kaufe oder verkaufe für mich." Klingt simpel, doch der Unterschied liegt im Detail. Eine Order sagt nämlich nicht nur, ob du kaufst oder verkaufst, sondern auch, ob dir der schnelle Abschluss oder der genaue Preis wichtiger ist. Genau das entscheidet, welcher Ordertyp passt – und ob du am Ende den Preis bekommst, den du erwartet hast.

In diesem Guide gehen wir die vier wichtigsten Ordertypen durch: Market-Order, Limit-Order, Stop-Order (auch Stop-Market genannt) und Stop-Limit. Du erfährst, wofür man welche nutzt, was die Begriffe Slippage und Teilausführung bedeuten und wie du Einstieg, Stop-Loss und Ziel ganz konkret als Orders in deinem Broker hinterlegst. Es geht hier nicht um eine Strategie, sondern um das Handwerkszeug, das hinter jedem Trade steckt.

Die vier Ordertypen und wofür sie da sind

Im Kern unterscheiden sich Ordertypen in einer einzigen Frage: Was ist dir wichtiger – dass die Order sicher ausgeführt wird, oder dass sie nur zu einem bestimmten Preis ausgeführt wird? Aus dieser Abwägung leiten sich alle vier Typen ab. Stop-Orders haben zusätzlich eine Besonderheit: Sie werden erst aktiv, wenn der Kurs eine von dir gesetzte Schwelle berührt – den sogenannten Trigger oder Auslösekurs.

Wichtig zum Verständnis: "Limit" bedeutet immer eine Preisgrenze, die nicht überschritten (beim Kauf) oder nicht unterschritten (beim Verkauf) werden darf. "Stop" bedeutet eine Schwelle, an der die Order überhaupt erst scharf geschaltet wird. Stop-Market und Stop-Limit kombinieren also einen Auslöser mit dem, was danach passiert.

  • Market-Order: Wird sofort zum nächstbesten verfügbaren Preis ausgeführt. Du bekommst (fast) garantiert eine Ausführung, aber nicht garantiert einen bestimmten Preis. Sinnvoll, wenn du sicher rein- oder rauswillst und der genaue Cent zweitrangig ist.
  • Limit-Order: Du legst einen Wunschpreis fest. Gekauft wird nur zu diesem Preis oder besser (günstiger), verkauft nur zu diesem Preis oder besser (teurer). Du kontrollierst den Preis – riskierst aber, dass die Order gar nicht ausgeführt wird, wenn der Kurs deinen Wunsch nicht erreicht.
  • Stop-Order (Stop-Market): Liegt zunächst inaktiv im System. Berührt der Kurs deine Stop-Schwelle, wird daraus automatisch eine Market-Order. Klassischer Einsatz: der Stop-Loss, also die Order, die deine Position bei einem festgelegten Verlust glattstellt.
  • Stop-Limit: Wie die Stop-Order, aber nach dem Auslösen wird daraus eine Limit-Order statt einer Market-Order. Du legst also zwei Preise fest – den Auslöser und die Preisgrenze. Mehr Preiskontrolle, aber das Risiko, dass die Order in schnellen Bewegungen nicht ausgeführt wird.

Slippage und Teilausführung – die zwei Begriffe, die man kennen sollte

Slippage (deutsch etwa "Schlupf") ist die Differenz zwischen dem Preis, den du erwartet hast, und dem Preis, zu dem deine Order tatsächlich ausgeführt wurde. Sie entsteht vor allem bei Market-Orders und bei ausgelösten Stop-Market-Orders, weil diese den nächstbesten Preis nehmen. In ruhigen, liquiden Märkten ist Slippage meist klein. Bei Nachrichten, zur Eröffnung oder in dünn gehandelten Werten kann sie spürbar werden – der Kurs "springt" und deine Order erwischt ein schlechteres Niveau.

Teilausführung bedeutet, dass nur ein Teil deiner Order ausgeführt wird, weil zum gewünschten Preis nicht genug Gegenseite (Käufer oder Verkäufer) vorhanden ist. Das betrifft typischerweise Limit-Orders: Wolltest du zehn Kontrakte zu einem festen Preis, bekommst aber nur sechs, bleiben die restlichen vier offen, bis sich auch dafür ein passender Gegenpart findet – oder du die Order löschst.

Daraus folgt eine praktische Faustregel. Willst du Sicherheit der Ausführung, nimmst du Market oder Stop-Market und akzeptierst mögliche Slippage. Willst du Preissicherheit, nimmst du Limit oder Stop-Limit und akzeptierst, dass die Order eventuell nicht oder nur teilweise gefüllt wird. Beides gleichzeitig – garantierter Preis und garantierte Ausführung – gibt es nicht.

Einstieg, Stop-Loss und Ziel als konkrete Orders umsetzen

In der Praxis besteht ein vollständiger Trade fast immer aus drei Orders: dem Einstieg, dem Stop-Loss zur Absicherung und dem Ziel (Take-Profit) zur Gewinnmitnahme. So setzt du sie typischerweise um:

Den Einstieg kannst du auf zwei Arten umsetzen. Bist du schon an deinem Wunschniveau und willst direkt rein, nutzt du eine Market-Order. Willst du erst zu einem bestimmten, besseren Preis einsteigen, legst du eine Limit-Order an dieses Niveau – dann wartet die Order, bis der Kurs dich "abholt".

Den Stop-Loss legst du als Stop-Order (Stop-Market) an. Liegst du long (auf steigende Kurse gesetzt), platzierst du ihn unter deinem Einstieg; liegst du short (auf fallende Kurse gesetzt), darüber. Berührt der Kurs diese Schwelle, wird die Position automatisch geschlossen – auch wenn du gerade nicht am Bildschirm bist. Das Ziel setzt du als Limit-Order auf der Gewinnseite. Viele Broker bündeln diese Konstruktion als sogenannte Bracket-Order oder OCO-Order ("One Cancels the Other"): Wird das Ziel erreicht, wird der Stop automatisch gelöscht – und umgekehrt. So bleibt nie eine vergessene Order im Markt zurück.

  • Long-Beispiel: Einstieg per Limit knapp unter dem aktuellen Kurs, Stop-Loss als Stop-Order darunter, Ziel als Limit-Order darüber.
  • Short-Beispiel: spiegelbildlich – Stop-Loss als Stop-Order über dem Einstieg, Ziel als Limit-Order darunter.
  • Bracket-/OCO-Order nutzen, damit Stop und Ziel gekoppelt sind und sich gegenseitig aufheben.
  • Bei wichtigen Nachrichten beachten: Ein Stop-Market kann mit Slippage auslösen – der tatsächliche Verlust kann dann etwas größer ausfallen als geplant.

Typische Missverständnisse

  • Den Stop-Loss als Stop-Limit setzen und annehmen, er greife immer. In einer schnellen Bewegung kann der Kurs die Limit-Grenze überspringen – dann bleibt die Position offen, obwohl der Stop "ausgelöst" hat.
  • Limit- und Stop-Richtung verwechseln: Beim Kauf gehört das Kauf-Limit unter den aktuellen Kurs und der Kauf-Stop darüber. Setzt du es falsch herum – Kauf-Limit über dem Kurs oder Kauf-Stop darunter – ist die Bedingung sofort erfüllt und du wirst unmittelbar ausgeführt, obwohl du eigentlich auf ein anderes Niveau warten wolltest.
  • Bei dünn gehandelten Werten oder rund um Nachrichten reflexartig Market-Orders nutzen und sich dann über die Slippage wundern – der erwartete Preis und der erhaltene Preis können dort deutlich auseinanderliegen.
  • Stop und Ziel als zwei lose Einzelorders anlegen statt als gekoppelte Bracket-/OCO-Order. Wird eine erreicht, bleibt die andere übrig und kann später ungewollt eine neue Position eröffnen.

Mit FlowTrader anwenden

Ordertypen sind Handwerk – und Handwerk wird durch Wiederholung und ehrliche Auswertung besser. In FlowTrader hältst du pro Trade fest, mit welchem Ordertyp du ein- und ausgestiegen bist, ob es Slippage oder Teilausführungen gab und ob dein Stop wie geplant gegriffen hat. Nach ein paar Wochen zeigt dein Journal schwarz auf weiß, wo deine Ausführung sauber läuft und wo sie dich Geld oder Nerven kostet – etwa wenn Market-Orders zur Eröffnung immer wieder schlechter füllen als gedacht. So wird aus dem trockenen Thema Ordertypen ein konkreter, nachvollziehbarer Teil deiner Routine.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einer Stop-Order und einer Stop-Limit-Order?+
Beide werden erst aktiv, wenn der Kurs deine Stop-Schwelle berührt. Die Stop-Order (Stop-Market) wird danach zur Market-Order und sucht den nächstbesten Preis – Ausführung ist sehr wahrscheinlich, der genaue Preis aber nicht garantiert. Die Stop-Limit-Order wird danach zur Limit-Order: Du behältst die Preiskontrolle, riskierst aber, dass sie in schnellen Bewegungen nicht ausgeführt wird.
Welchen Ordertyp sollte ich für meinen Stop-Loss nehmen?+
Für die reine Absicherung wählen viele eine Stop-Order (Stop-Market), weil dort die Ausführung im Vordergrund steht – du willst im Verlustfall sicher raus, auch wenn etwas Slippage entsteht. Ein Stop-Limit gibt mehr Preiskontrolle, kann aber dazu führen, dass du in einer heftigen Bewegung gar nicht ausgeführt wirst. Welche Variante zu dir passt, hängt von Instrument, Liquidität und deinem eigenen Plan ab.
Warum wurde meine Limit-Order nicht oder nur teilweise ausgeführt?+
Eine Limit-Order wird nur zu deinem Wunschpreis oder besser ausgeführt. Erreicht der Kurs dieses Niveau nicht, passiert nichts. Erreicht er es, aber es ist zu wenig Gegenseite vorhanden, kann es zu einer Teilausführung kommen – ein Teil deiner Stückzahl wird gefüllt, der Rest bleibt offen, bis sich ein passender Gegenpart findet oder du die Order löschst.
Kann ich Slippage komplett vermeiden?+
Ganz vermeiden lässt sie sich nicht, aber begrenzen. Limit- und Stop-Limit-Orders schützen dich vor schlechten Preisen, weil sie eine Grenze haben – dafür riskierst du Nichtausführung. Market- und Stop-Market-Orders füllen zuverlässig, können aber Slippage bekommen, besonders in volatilen Phasen oder dünnen Märkten. Es ist immer ein Abwägen zwischen Preissicherheit und Ausführungssicherheit.

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