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Trading 1x1 · Folge 3 von 21

Futures einfach erklärt: Was ein Future ist und warum es ihn gibt

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Beim DAX geht Short mit einem einzigen Klick, bei Aktien nicht so einfach. Der Grund ist ein Vertrag, den es seit Hunderten von Jahren gibt: der Future. Diese Folge zeigt, was ein Future ist und warum es ihn gibt, Schritt für Schritt am Beispiel der Bäckerei Morgenkorn.

Das Wichtigste in Kürze

  • ✓Ein Future ist ein genormter Vertrag: Preis heute, Erfüllung später.
  • ✓Was ein Tick wert ist, legt die Börse fest, für alle gleich.
  • ✓Erfunden wurde er zum Absichern.
  • ✓In der Mitte steht das Clearinghaus.
  • ✓Und die meisten schließen ihn vor dem Ende.

Warum es Futures gibt: das Beispiel Weizen

Die Bäckerei Morgenkorn braucht für ihr Brot jedes Jahr sehr viel Weizen. Den kauft sie bei einem Bauern. Der sät im Frühling und erntet im Sommer. Beide haben ein Problem: Niemand weiß, was Weizen im Sommer kosten wird. Steigt der Preis, muss die Bäckerei mehr bezahlen. Fällt er, bekommt der Bauer weniger für seine Ernte. Beide wollen heute schon wissen, woran sie sind.

Also machen sie einen Vertrag. Im August liefert der Bauer 10 Tonnen Weizen, zu 250 Euro pro Tonne. Bezahlt und geliefert wird erst im August, aber der Preis steht heute schon fest. So ein Vertrag heißt Terminvertrag: heute abgeschlossen, später erfüllt.

Terminvertrag: Absicherung für beide Seiten

Beide sind verpflichtet. Der Bauer muss liefern, die Bäckerei muss abnehmen, egal was Weizen dann kostet. Steigt der Preis bis August auf 300 Euro, zahlt die Bäckerei trotzdem nur 250. Fällt er auf 200, bekommt der Bauer trotzdem 250. Keiner von beiden wollte am Preis verdienen. Beide wollten Sicherheit. Das nennt man Absicherung.

Die Bäckerei ist Long: Sie kauft. Der Bauer ist Short: Er verspricht zu liefern, bevor er den Weizen hat. Futures wurden nicht für Wetten erfunden, sondern damit Menschen planen können.

Vom Terminvertrag zum Future an der Börse

Ein Vertrag zwischen zwei Leuten hat Haken. Erstens musst du erst jemanden finden, der genau so viel Weizen zum selben Termin will. Zweitens: Was, wenn einer am Ende nicht zahlt oder nicht liefert?

Darum gibt es Terminbörsen. Dort ist jeder Vertrag gleich gebaut: gleiche Menge, gleiche Qualität, gleiche Termine. Ein solcher genormter Terminvertrag an der Börse heißt Future. Weil alle Verträge gleich sind, kann man sie jederzeit an andere weitergeben, also kaufen und verkaufen.

Das Clearinghaus und die Margin

Für das Vertrauensproblem steht eine Stelle in der Mitte: das Clearinghaus. Es wird für jeden Käufer zum Verkäufer und für jeden Verkäufer zum Käufer. Fällt eine Seite aus, springt das Clearinghaus ein. Damit das klappt, hinterlegen beide Seiten eine Sicherheit, die Margin. Wie das genau funktioniert, zeigt eine eigene Folge. In Deutschland übernimmt diese Rolle zum Beispiel Eurex Clearing in Frankfurt.

Was beim Future genormt ist: Basiswert, Tick und Laufzeit

Die Börse legt für jeden Future fest, worauf er sich bezieht, wie groß ein Vertrag ist und in welchen Schritten sich der Preis bewegt. Das, worauf sich ein Future bezieht, heißt Basiswert. Das kann Weizen sein, Öl oder der DAX.

Ein Öl-Future an der amerikanischen Börse steht für 1.000 Barrel, also 1.000 Fässer. Der Preis bewegt sich in Schritten von einem Cent pro Barrel. So ein kleinster Schritt heißt Tick. Ein Cent mal 1.000 Barrel sind 10 Dollar. Jeder Tick ist also 10 Dollar wert, nach oben wie nach unten. Beim DAX-Future ist der kleinste Schritt ein Punkt, und jeder Punkt ist 25 Euro wert.

Diese Werte legt die Börse fest, für alle gleich. Kein Broker kann daran drehen. Beim CFD bestimmt dagegen der Anbieter seine Bedingungen selbst. Darum geht es in den Folgen über CFDs.

Auch die Laufzeit ist genormt. Ein DAX-Future läuft bis zum dritten Freitag im März, Juni, September oder Dezember. Wer danach dabeibleiben will, schließt den alten Vertrag kurz vor dem Ende und eröffnet den nächsten. Das nennt man Kontraktwechsel oder Rollen. Wie das in der Praxis abläuft, was es kostet und wie man mit Ticks rechnet, zeigen eigene Folgen.

Spekulanten und die Abrechnung des DAX-Futures in Geld

An der Börse handeln nicht nur Bauern und Bäckereien. Viele haben gar keinen Weizen und wollen auch keinen. Sie setzen nur darauf, dass der Preis steigt oder fällt. Man nennt sie Spekulanten. Sie übernehmen das Risiko, das andere loswerden wollen. Damit sie nie wirklich Weizen geliefert bekommen, schließen sie ihren Vertrag vor dem Liefertermin wieder: Wer gekauft hat, verkauft, und wer verkauft hat, kauft zurück. Das machen die meisten. Nur ein kleiner Teil aller Futures endet wirklich mit einer Lieferung.

Es gibt Futures auf viele Basiswerte: Weizen, Öl, Gold, Zinsen und Aktienindizes wie den DAX. Aber wie liefert man einen DAX? Gar nicht. Ein Index ist nur eine Zahl. Darum wird ein DAX-Future am Ende in Geld abgerechnet: Gezahlt wird nur der Unterschied zum vereinbarten Stand. Andere Futures werden wirklich geliefert, zum Beispiel der Bund-Future auf deutsche Staatsanleihen.

Warum Short beim Future mit einem Klick geht

Beim Future musst du keinen Weizen und keine Aktie besitzen. Du verkaufst einen Vertrag, so wie der Bauer im Frühling. Für die Börse ist Kaufen und Verkaufen gleich einfach. Auf dem Papier müsstest du am Ende liefern. In Wirklichkeit kaufst du vorher zurück, und nur der Preisunterschied zählt.

Das ist der Unterschied zur Aktie: Mit einer Aktie besitzt du ein Stück einer Firma. Mit einem Future hast du nur eine Verpflichtung. Und Verpflichtungen können teuer werden, wenn der Preis gegen dich läuft. Darum kennst du deinen Ausstieg, bevor du einsteigst. Die Idee ist übrigens alt: Schon vor fast 300 Jahren handelten Kaufleute in Japan Reis auf Termin.

Futures im Trading-Journal

In FlowTrader AI stellst du in den Einstellungen den Trading-Modus auf Futures. Unter „Märkte verwalten“ hakst du deine Märkte an, zum Beispiel den DAX-Future. Sein Tick-Wert ist dort schon hinterlegt. Beim Eintragen wählst du dann den Markt und die Richtung: Long oder Short. Den Tick-Wert musst du nicht suchen. Er kommt aus dem gewählten Markt, beim DAX-Future 25 Euro.

Häufige Fragen

Was ist ein Future einfach erklärt?

Ein genormter Terminvertrag an der Börse: Der Preis wird heute festgelegt, erfüllt wird später. Menge, Qualität und Termine sind bei allen Verträgen gleich, darum kann man sie jederzeit kaufen und verkaufen.

Was ist ein Tick beim Future?

Der kleinste Schritt, in dem sich der Preis bewegt. Die Börse legt ihn fest, für alle gleich. Beim DAX-Future ist er ein Punkt und 25 Euro wert, beim Öl-Future ein Cent pro Barrel, bei 1.000 Barrel also 10 Dollar.

Was macht ein Clearinghaus?

Es steht in der Mitte: Für jeden Käufer wird es zum Verkäufer und für jeden Verkäufer zum Käufer. Fällt eine Seite aus, springt es ein. Beide Seiten hinterlegen dafür eine Sicherheit, die Margin.

Wird bei einem Future wirklich geliefert?

Auf dem Papier ja, in Wirklichkeit schließen die meisten ihren Vertrag vor dem Ende wieder. Nur ein kleiner Teil endet mit einer Lieferung. Der DAX-Future wird ohnehin in Geld abgerechnet: Gezahlt wird nur der Unterschied zum vereinbarten Stand.

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