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Measured Move: Das projizierte Kursziel aus der ersten Schubphase

Eine Bewegung, eine Pause, eine zweite Bewegung – der Measured Move gibt dir ein Ziel an die Hand, bevor du überhaupt im Trade bist.

7 Min. Lesezeit

1. SchubPause2. SchubZiel

Viele Trader steigen ein, ohne zu wissen, wo sie eigentlich aussteigen wollen. Das Ziel wird erst gesucht, wenn der Kurs schon läuft – und genau dann entscheidet meist die Emotion statt der Plan. Der Measured Move dreht das um: Er gibt dir ein Kursziel, das du schon vor dem Einstieg berechnen kannst, abgeleitet aus der Bewegung, die der Markt dir bereits gezeigt hat.

Die Idee dahinter ist schlicht. Märkte bewegen sich oft in einem Rhythmus aus Schub, Pause und erneutem Schub. Der erste kräftige Schub – die sogenannte erste Schubphase – ist dein Maß. Nach einer Verschnaufpause neigt der Markt dazu, eine zweite Bewegung von ähnlicher Länge anzuhängen. Du projizierst die Länge der ersten Bewegung auf den Punkt, an dem die Pause endet, und erhältst so ein nachvollziehbares, realistisches Ziel. Kein Wunschdenken, sondern eine Projektion aus dem, was schon passiert ist.

Bewegung, Pause, Bewegung – die drei Bausteine

Ein Measured Move besteht immer aus drei Teilen. Wenn einer fehlt, hast du kein sauberes Setup, sondern nur eine Vermutung.

Der erste Schub ist eine klare, gerichtete Bewegung – idealerweise mit etwas Schwung und ohne zu viele Gegenkerzen. Du misst sie vom Startpunkt bis zum vorläufigen Hoch (im Aufwärtstrend) oder Tief (im Abwärtstrend). Diese Distanz ist deine Maßeinheit. Danach folgt die Pause: eine Korrektur, eine Seitwärtsphase oder eine flache Konsolidierung. Hier sammelt der Markt sich, bevor er die Richtung fortsetzt. Der zweite Schub beginnt, wenn der Kurs die Pause verlässt und die ursprüngliche Richtung wieder aufnimmt. Auf dessen Endpunkt projizierst du die Länge des ersten Schubs.

  • Erster Schub: die gerichtete Bewegung, die du misst – sie liefert die Distanz für die Projektion.
  • Pause: Korrektur oder Seitwärtsphase. Je geordneter sie verläuft, desto verlässlicher ist die Projektion.
  • Zweiter Schub: die Fortsetzung. Sein erwartetes Ziel = Startpunkt der zweiten Bewegung plus Länge des ersten Schubs.
  • Marktzustand: Der Measured Move funktioniert am ehesten in einem klaren Trend, nicht in einer richtungslosen Range.

So setzt du Einstieg, Stop und Ziel

Der Reiz des Measured Move liegt darin, dass du Einstieg, Stop und Ziel in einem Atemzug definierst und dein Chance-Risiko schon vor dem Klick kennst.

Der Einstieg liegt typischerweise dort, wo der Kurs die Pause verlässt und den zweiten Schub beginnt – etwa beim Bruch über das Hoch der Konsolidierung oder beim Abschluss einer kleinen Korrektur in Trendrichtung. Den Stop platzierst du hinter dem markanten Punkt der Pause: unter dem Tief der Konsolidierung bei einem Long, über dem Hoch bei einem Short. Wird dieser Punkt verletzt, ist die Annahme der Fortsetzung hinfällig. Das Ziel ist die projizierte Distanz des ersten Schubs, angetragen ab dem Startpunkt der zweiten Bewegung.

  • 1. Miss den ersten Schub vom Beginn bis zum Extrempunkt – das ist deine Projektionsdistanz.
  • 2. Warte die Pause ab und markiere ihren Tief- bzw. Hochpunkt für den Stop.
  • 3. Steige beim Beginn des zweiten Schubs ein, nicht schon während der Pause.
  • 4. Trage die Projektionsdistanz ab dem Startpunkt der zweiten Bewegung an – das ist dein Ziel.
  • 5. Prüfe vorher das Chance-Risiko: Liegt das Ziel deutlich weiter weg als der Stop, ist das Setup interessant. Wenn nicht, lass es aus.

Wann der Measured Move trägt – und wann nicht

Ein Measured Move ist eine Projektion, keine Garantie. Der Markt muss die zweite Bewegung nicht liefern, und das projizierte Ziel ist eine Erwartung, kein Versprechen. Genau deshalb ist der Marktzustand entscheidend.

Am verlässlichsten ist das Muster in einem etablierten Trend mit ruhigem, geordnetem Rhythmus. In einer engen Seitwärtsrange oder bei extrem hoher, sprunghafter Volatilität verliert die Projektion ihre Aussagekraft, weil die Bewegungen nicht mehr im gleichen Maß ablaufen. Behandle das projizierte Ziel als realistischen Orientierungspunkt, nicht als feste Zahl: Oft reagiert der Kurs schon kurz davor, manchmal schießt er darüber hinaus. Es kann sinnvoll sein, einen Teilgewinn nahe des Ziels zu sichern und den Rest mit einem nachgezogenen Stop laufen zu lassen.

Typische Fehler

  • Die Pause überspringen und schon während der Konsolidierung einsteigen, statt den Beginn des zweiten Schubs abzuwarten – das verwässert Stop und Projektion.
  • Den ersten Schub willkürlich messen und so lange ansetzen, bis ein bequemes Ziel herauskommt – die Distanz muss objektiv ablesbar sein, nicht passend gerechnet.
  • Das projizierte Ziel als Garantie behandeln und den Stop ignorieren, obwohl es nur eine Erwartung aus vergangener Bewegung ist.
  • Den Measured Move in einer richtungslosen Range erzwingen, wo es keinen klaren ersten Schub und damit kein verlässliches Maß gibt.

Mit FlowTrader umsetzen

Der Measured Move zwingt dich, das Ziel vor dem Einstieg festzulegen – und genau das lässt sich im Nachhinein überprüfen. In FlowTrader hältst du pro Trade fest, wo dein projiziertes Ziel lag, wo du tatsächlich ausgestiegen bist und ob der Markt das Ziel erreicht hat. Nach einigen Wochen siehst du in deinem Journal, ob deine Projektionen realistisch waren oder ob du sie regelmäßig zu weit ansetzt – eine ehrliche Rückmeldung statt eines Bauchgefühls.

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Häufige Fragen

Funktioniert der Measured Move in jedem Markt und Zeitfenster?+
Das Muster lässt sich auf verschiedene Märkte und Zeitfenster anwenden, weil es nur auf der Form der Bewegung beruht. Verlässlicher wird es jedoch in liquiden Märkten mit klarem Trend. In dünnen oder sehr sprunghaften Phasen verliert die Projektion an Aussagekraft.
Was, wenn der Kurs das projizierte Ziel nicht erreicht?+
Das kommt regelmäßig vor – die Projektion ist eine Erwartung, keine Zusage. Deshalb ist der Stop genauso wichtig wie das Ziel. Viele Trader sichern einen Teilgewinn vor dem Ziel und lassen den Rest mit nachgezogenem Stop laufen, um nicht von einer einzelnen Annahme abhängig zu sein.
Wie unterscheidet sich der Measured Move von einem normalen Trendtrade?+
Beim normalen Trendtrade folgst du der Richtung, ohne das Ziel vorab zu beziffern. Der Measured Move gibt dir zusätzlich eine konkrete, aus der ersten Schubphase abgeleitete Distanz als Zielmarke. Das macht dein Chance-Risiko schon vor dem Einstieg berechenbar.
Muss die zweite Bewegung exakt so lang sein wie die erste?+
Sie muss es nicht exakt sein – die Projektion ist ein Orientierungswert, kein Naturgesetz. Behandle das Ziel als realistische Zone, nicht als Punkt auf den Tick genau. Häufig reagiert der Markt etwas davor oder dahinter.

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