Ausbruch & Retest: Die Break-&-Retest-Strategie
Nicht dem Ausbruch hinterherrennen, sondern auf die Bestätigung warten – die geduldige Variante des Breakout-Tradings.
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Die meisten Ausbrüche scheitern nicht an der Idee, sondern am Timing. Wer beim ersten Kerzenschluss über einer Marke kauft, erwischt oft genau den Punkt, an dem große Adressen ihre Positionen abgeben. Die Break-&-Retest-Strategie dreht diese Reihenfolge um: Du wartest, bis der Kurs eine Schlüsselmarke durchbricht – und steigst erst ein, wenn er anschließend zurückkommt und die Marke als neue Unterstützung (bzw. Widerstand) bestätigt.
Der Vorteil ist nicht Magie, sondern Struktur: Der Retest gibt dir einen klar definierten Einstieg, einen engen, logischen Stop und ein sauberes Chance-Risiko-Verhältnis. Du tauschst ein paar verpasste Trades gegen deutlich höhere Trefferqualität.
Was ist ein Break & Retest?
Ein Markt bewegt sich zwischen Bereichen, in denen Angebot und Nachfrage aufeinandertreffen – Unterstützungen und Widerstände. Bricht der Kurs entschlossen durch eine solche Marke, wechselt deren Rolle: Ein gebrochener Widerstand wird zur potenziellen Unterstützung und umgekehrt. Diese Rollenumkehr nennt man Polarity-Prinzip.
Der Retest ist der Moment, in dem der Kurs nach dem Ausbruch noch einmal an die gebrochene Marke zurückläuft. Hält sie – prallt der Kurs also dort ab –, hast du die Bestätigung, dass der Ausbruch echt war und nicht nur ein kurzes Überschießen (ein Fakeout).
So handelst du den Aufbau – Schritt für Schritt
Der Reiz dieser Strategie liegt in ihrer Klarheit. Jeder Schritt ist objektiv überprüfbar, was die Strategie auch für Anfänger gut journalisierbar macht.
- 1. Schlüsselmarke markieren: eine Marke, die der Markt mehrfach respektiert hat (Range-Hoch, markantes Tief, runde Zahl).
- 2. Auf den Bruch warten: ein klarer Kerzenschluss jenseits der Marke – kein bloßes Anstechen mit langem Docht.
- 3. Retest abwarten: der Kurs läuft zurück an die Marke. Geduld ist hier die eigentliche Disziplin.
- 4. Bestätigung suchen: eine Reaktionskerze an der Marke (z. B. Pinbar oder bullische/bärische Engulfing).
- 5. Einstieg & Stop: Einstieg auf die Bestätigung, Stop knapp hinter die Marke – dort, wo deine Idee widerlegt wäre.
Stop, Ziel und Chance-Risiko-Verhältnis
Der Stop gehört dorthin, wo die Strategie nicht mehr stimmt – also auf die andere Seite der getesteten Marke, mit etwas Puffer für das übliche Marktrauschen. Setzt du ihn zu eng direkt an die Marke, wirst du vom Rauschen ausgestoppt; setzt du ihn zu weit, ruinierst du das Chance-Risiko-Verhältnis.
Als erstes Ziel dient oft die nächste Struktur (vorheriges Hoch/Tief, eine Liquiditätszone). Sinnvoll ist, einen Teil der Position am ersten Ziel zu sichern und den Stop auf den Einstieg nachzuziehen – so wird aus einem guten Trade kein verlorener, falls der Markt dreht.
Typische Fehler
- ✕Dem ersten Ausbruch hinterherspringen, statt den Retest abzuwarten – der häufigste und teuerste Fehler.
- ✕Jeden kleinen Durchstich als „Bruch“ werten. Ohne klaren Kerzenschluss ist es kein Bruch, sondern Rauschen.
- ✕Den Stop direkt auf die Marke legen, sodass das normale Zurücktesten ihn schon auslöst.
- ✕Den Retest erzwingen wollen: Kommt der Kurs nicht zurück, gibt es keinen Trade. Das ist in Ordnung.
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Break & Retest lebt von Geduld – und genau die lässt sich messen. In FlowTrader hältst du pro Trade fest, ob du wirklich den Retest abgewartet oder dem Ausbruch hinterhergesprungen bist. Nach ein paar Wochen zeigt dein Journal schwarz auf weiß, welche der beiden Varianten dein Konto wachsen lässt – statt dass du es nur vermutest.
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